Sessions Bericht Sommer 2026
25. Juni 2026 – Das Ergebnis der vergangenen Grossratswahlen schmerzt noch immer – unsere Fraktion ist leider erneut empfindlich geschrumpft. Doch den Kopf in den Sand zu stecken, ist nicht der Stil der Mitte! Wir sind mit viel Elan und Kampfgeist in die neue Legislatur gestartet.
Die erste Fraktionssitzung verbrachten wir in den Räumlichkeiten von «Frienisberg – üses Dorf». Für den perfekten Motivationsschub sorgte Altregierungsrätin Beatrice Simon, die uns mit ihrem Überraschungsbesuch den Fraktionsstart mit feinem «Nidlechueche» versüsste. Gestärkt mit Mut und Zucker durften wir bereits zum Mittagessen unsere glanzvoll wiedergewählte Regierungsrätin Astrid Bärtschi in unserer Runde begrüssen. Wir sind motiviert für die kommenden vier Jahre!
Die Fraktion hat sich konstituiert:
Astrid Bärtschi – Regierungsrätin Finanzdirektion
Peter Gerber – Fraktionspräsident / Büro Grossrat
Alfons Bichsel – Vizefraktionspräsident / Bildungskommission
Christine Bühler – Finanzkommission
Anita Herren – Geschäftsprüfungskommission
René Maeder – Justizkommission
Hans Marti – Kommission für Staatspolitik und Aussenbeziehungen
Milena Daphinoff – Gesundheits- und Sozialkommission
Jürg Rothenbühler – Baukommission
André Roggli – Präsident Sicherheitskommission
Glanzvoller Auftakt durch Anita Herren
Ein echtes Highlight gleich zu Beginn: Unsere Anita Herren hatte als amtsälteste Grossrätin die grosse Ehre, die neue Legislatur des Grossen Rates offiziell zu eröffnen und die Wahl der neuen Grossratspräsidentin Anne Speiser-Niess (SVP) zu leiten. Anita hat diese prestigeträchtige Aufgabe mit enorm viel Charme, Würde und Eloquenz gemeistert. Ein riesiges Dankeschön an Anita – dieser starke Auftritt hat der ganzen Fraktion unglaublich gutgetan!
Fokus Sommersession: Das haben wir bewegt
• Mehr Transparenz für die Bevölkerung: Die Mitte will die Arbeit der kantonalen Kommissionen nahbarer machen. Die eigentliche Kommissionsarbeit bleibt vertraulich, um den freien politischen Austausch zu sichern. Aber: Sitzungstermine und einfache Traktandenlisten sollen veröffentlicht werden. Gegen den Widerstand der Kritiker setzten wir uns durch: Der Vorstoss wurde als Postulat mit 115 zu 32 Stimmen überwiesen.
• Nein zu Proporzwahlen im Regierungsrat: Ein Vorstoss forderte die Wahl der Regierung nach dem Proporzsystem. Für uns stand fest: Die bewährte Majorzwahl garantiert, dass die Persönlichkeit und die Qualifikation der Kandidierenden im Zentrum stehen – nicht nur das Parteibuch. Der Grossrat sah das genauso und lehnte das Geschäft ab.
• Starke Grundversorgung: Ärzte & Apotheker an einen Tisch – Motion von Peter Gerber: Ein Erfolg für die integrierte Gesundheitsversorgung! Basierend auf einer früheren Motion von Anita Herren Brauen fordern wir fixe, interprofessionelle Austauschtage zwischen Ärzteschaft und Apothekern. Die Regierung erkannte die Lücke und nahm das Geschäft als Postulat entgegen (Überweisung mit 118 zu 36 Stimmen).
• Staatsrechnung 2025: Überschuss mit Schönheitsfehler: Die Erfolgsrechnung schliesst dank Sondereffekten (u.a. Rückstellungsauflösungen Bieler Westast und Pensionskasse) mit 873 Millionen Franken im Plus ab. Sorgen bereitet uns jedoch die Investitionsrechnung: Sie liegt 83,2 Millionen unter dem Budget. Das bedeutet erneute Verzögerungen und drohende Mehrkosten bei Bauprojekten. Positiv: Die Nettoschuldenquote sank per 1.1.2026 auf 5,97 %, womit die Schuldenbremse vorerst ausser Kraft tritt.
• Wasserstrategie 2040: Ja zur Zukunft, Nein zum Stellenausbau: Trockenheit und Hochwasser zeigen, dass wir eine langfristige Strategie für unser Wasser brauchen. Die vorliegende Strategie greift aber zu kurz – stolze 17 Planungserklärungen wurden eingereicht. Die Mitte kritisiert zudem den geplanten, voreiligen Ausbau von Verwaltungsstellen. Erst müssen Aufgaben definiert und bestehende Ressourcen effizient genutzt werden! Wir haben die Rückweisungsanträge unterstützt, um das Papier substanziell zu verbessern.
Geselliger Ausklang trotz Regen
Die traditionelle Feier zu Ehren der neuen Grossratspräsidentin in Zweisimmen bot Neugewählten und Bisherigen die perfekte Chance, sich interfraktionell zu vernetzen. Trotz Kälte und Dauerregen war es ein rundum gelungenes, würdiges Fest und ein toller Abschluss einer intensiven ersten Sessionswoche. Wir bedanken uns herzlich für eure Unterstützung und euer Vertrauen in unsere politische Arbeit!
Für die Mitte-Fraktion Kanton Bern
Christine Bühler
